Unterhalt ist ein wesentlicher Kostenfaktor: Die BLT verfü¨gt heute über 100 Tramfahrzeuge, welche meist als Doppeltraktionen verkehren. Pro Jahr werden insgesamt 3,5 Millionen Kurskilometer zurü¨ck gelegt. Ein Tram fährt jährlich durchschnittlich 70'000 km.
BLT und Bombardier verlängern Verträge für Fahrzeugunterhalt bis 2020  
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Medienmitteilung BLT, 3. Februar 2011:
1980 unterzeichnete die BLT AG mit der damaligen Schindler Waggon AG Pratteln (heute Bombardier) einen 30-jährigen Vertrag für den Fahrzeugunterhalt. Damals wurde dieses Vorgehen von vielen als exotisches Geschäftsmodell betrachtet, heute stellt es eine Best Practice Lösung dar, wie der Unterhalt effektiv und effizient ausgeübt werden kann. Die ausgezeichneten Erfahrungen der BLT sprechen für eine Weiterführung und Bestätigung der Partnerschaft mit Bombardier. Die Vorteile für die BLT sind beträchtlich. Sie kann ihre Managementressourcen auf das Kerngeschäft, d.h. den Fahrgast und seine Bedürfnisse ausrichten und trotzdem von einer professionellen Leistungserbringung im Fahrzeugunterhalt profitieren. Die BLT definiert selber, welche Unterhaltsarbeiten nötig und sinnvoll sind und bezahlt nur die erbrachte Leistung. Ferner entfallen teure Vorhaltekosten in Personal und Infrastruktur. Bombardier profitiert in zweifacher Hinsicht durch den Betrieb des Service-Geschäftes. Zum einen fliesst Fronterfahrung aus Betrieb und Unterhalt in die Entwicklung von neuen Fahrzeugen ein und zum andern bildet der Standort Oberwil ein Grundstein für das internationale Unterhalts- und Reparaturgeschäft für Fahrzeuge und Komponenten

Auslagerung des BLT Fahrzeugunterhalts im Jahr 1980
Im Jahr 1980 unterzeichneten die BLT AG und der damalige Schindler Waggon AG Pratteln (SWP, heute Bombardier) einen 30-jährigen Vertrag für den Fahrzeugunterhalt der BLT Tramflotte. Mit der Auslagerung des Fahrzeugunterhalts beschritt die BLT damals einen völlig neuen Weg. Dies kam einer kleinen Revolution gleich, denn es lag damals ausserhalb des Vorstellungsvermögens der Führung von Verkehrsunternehmen, den Fahrzeugunterhalt extern zu vergeben. Heute gehört ein solches Geschäftsmodell international zur Normalität, in der Schweiz stellt es immer noch eine Ausnahme dar.

Unterhalt ist ein wesentlicher Kostenfaktor
Die BLT verfügt heute über 100 Tramfahrzeuge, welche meist als Doppeltraktionen verkehren. Pro Jahr werden insgesamt 3,5 Millionen Kurskilometer zurück gelegt. Ein Tram fährt jährlich durchschnittlich 70'000 km. Bezüglich Tramunterhalt gilt die Faustregel, wonach die Unterhaltskosten über die Betriebsdauer in etwa dem Fahrzeugpreis entsprechen. Daraus ergeben sich zwei Schlussfolgerungen. Bereits bei der Beschaffung eines Trams muss darauf geachtet werden, dass dieses möglichst wartungsarm und unterhaltsfreundlich ausgestaltet ist. Ferner muss die Organisation und Durchführung des Unterhalts effektiv und wirtschaftlich sein. In den ersten zehn Jahren beispielsweise durchliefen die Schindler Tramfahrzeuge alle 150'000 km einen Wartungszyklus. Diverse Optimierungen und Erkenntnisse führten dazu, dass dieser Intervall auf 200'000 km ausgedehnt werden konnte.

Unterhaltsphilosophie und Arbeitsteilung BLT – Bombardier
Die BLT Unterhaltsphilosophie orientiert sich an drei Kriterien: erstens der Betriebssicherheit, zweitens der Verfügbarkeit der Trams im Betrieb und drittens der Wirtschaftlichkeit. Die Erfahrungen in den letzten Jahrzehnten hat eine optimale Arbeitsteilung zwischen Eigenleistungen im Tramunterhalt und Fremdvergabe an Bombardier ergeben. Als Eigenleistungen erbringt die BLT die Tageswartung selber, um eine grösstmögliche betriebliche Flexibilität und Verfügbarkeit der Fahrzeuge zu gewährleisten. Alle 10'000 km wird ein Tram vollständig kontrolliert und bedarfgerecht überholt. Ferner übernimmt die BLT die Reinigung der Trams selber und setzt dabei eigenes Personal ein. Dieses ist auch berechtigt, die Fahrzeuge im Depotbereich selber zu rangieren. Ferner verfügt die BLT im Depot Ruchfeld über einen Unterflurdrehbank für das periodische Überdrehen der Räder. Bombardier übernimmt alle planbaren und grösseren Unterhaltsarbeiten, Kollissionsreparaturen, aber auch Umbauten und Retrofitprojekte. Dazu gehört beispielsweise der Einbau einer Klapprampe im Niederflurbereich für Rollstuhlfahrer oder der Einbau eines Fahrgastinformationssystems. Bombardier besorgt für die BLT ebenfalls die gesamte Ersatzteilbewirtschaftung.

Vorteile des Geschäftsmodells für die BLT
Das im Tramunterhalt gewählte Geschäftsmodell hat sich in vieler Hinsicht bewährt. Der Hauptvorteil liegt darin, dass die BLT keine Vorhaltekosten in Personal und Infrastruktur tätigen muss. Zudem ist die BLT gezwungen, für jede Arbeit einen klaren Auftrag zu definieren und zu beschliessen. Es wird nur das gemacht, was nötig und sinnvoll ist und dementsprechend auch nur das bezahlt. Die BLT profitiert von einer professionellen Leistungserbringung durch einen international tätigen Konzern, welche durch den Benchmark mit anderen Unterhaltsstützpunkten laufend optimiert wird. Durch die Fremdvergabe des Tramunterhalts werden bei der Management-Kapazitäten frei. Dies ermöglicht eine Konzentration auf das Kerngeschäft, die Entwicklung und Erbringungen eines möglichst optimalen Mobilitätsservice.

Bombardier verlegt Service-Point von Pratteln nach Oberwil
Im März 2004 gab Bombardier bekannt, sein Werk in Pratteln zu schliessen, sicherte aber zu, den Unterhaltsvertrag bis 31. Dezember 2010 zu erfüllen. Die BLT Tramfahrzeuge befanden sich damals in einem grossen Revisions- und Retrofitprogramm. Gemeinsam wurden verschiedene Optionen geprüft wie der Unterhalt optimal fortgeführt werden könnte. So entschied sich Bombardier, den Standort Pratteln bis 2007 weiterhin als Service-Stützpunkt zu betreiben, um die arbeitsintensiven und komplexen Hauptrevisionen zu beenden. Die BLT plante 2004, ihre Depotkapazitäten in Oberwil auszubauen und nahm die veränderten Rahmenbedingungen zum Anlass, einen neuen Service-Trakt für die Tageswartung zu errichten. Ab 2008 hat sich Bombardier in den BLT Depotanlagen in Oberwil eingemietet und erfüllt seither vor Ort den Fahrzeugunterhalt. Die ausgezeichneten Betriebserfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass die Verlegung des Service-Stützpunktes für die BLT zahlreiche Vorteile bringt. So konnten Synergien mit der BLT Depotorganisation realisiert werden, ferner entfallen Überführungs- und Transportkosten und das Ersatzteillager ist vor Ort. Ein wesentlicher strategischer Vorteil ergibt sich aus dem Umstand, dass die BLT Eigentümerin Depotinfrastruktur ist und dadurch ihre Abhängigkeit vom Unterhaltspartner reduzieren konnte.

Quelle: BLT Baselland Transport AG