Am 9. Februar 1899 wurde im Basler Grossen Rat die Tram-Anbindung an die Deutsche Landesgrenze bei St. Ludwig bewilligt. Trotz erheblicher Bautätigkeit im damaligen Basel ging die Verlegung der Geleise erfreulich rasch von statten und bereits am 30.Juni 1900 konnte das erste Teilstück vom Totentanz zur Landesgrenze eröffnet werden.
Die Linie 5 nach St. Louis (1900 -1957)  
Endstation St. Louis
Grenzkontrolle
Tram-Netz
1904-1941

Vom deutschen St. Ludwig ins französische St Louis
Am 20.Juli 1900 konnte das deutsche Teilstück (im Auftrag von St.Ludwig durch die BStB erbaut und im Pachtverhältnis betrieben) von der Grenze bis zur auf gleichem Niveau querenden Bahn eröffnet werden. Da zu jener Zeit am Neubau der Mittleren Brücke und der damit verbundenen Korrektion der Schifflände und der Erstellung der Marktgasse gearbeitet wurde, musste das Teilstück Totentanz-Marktplatz mit seiner Eröffnung noch bis zum 1.9.1900 warten. Es bestand eine provisorische Anbindung an das restliche Tramnetz durch ein Dienstgleis über die Johanniterbrücke.

1911, als die Bahnlinie Weil-Hüningen als Überführung über die Strasse gelegen kam und der 5er weiter nach St.Ludwig hinein bis zur katholischen Kirche fahren konnte, ergaben sich Grenzkontrollen im Tram. Obwohl keine Ausweispflicht bestand, wurde die rege benutze Tramlinie von den deutschen Zollbeamten jeweils sehr genau unter die Lupe genommen, auch wenn für die Zollformalitäten im 12-Minuten-Taktfahrplan lediglich 2 Minuten Aufenthalt eingeplant waren.

Auf Basler Seite kam es mehrere Male zu Linienerweiterungen und Umbauten. Als die Verbreiterung des Blumenrains 1937 fertiggestellt war, wurde eine zweigleisige Strecke bis zur Grenze möglich. Nach dem 1. Weltkrieg wurde St. Ludwig französisch und die Haltestellen hiessen nun "Arrêt de Tramway". Ab 1923 kam es wieder zu einem durchgehenden Fahrbetrieb. Ab 1939 ruhte der Tramverkehr bis zum Ende des Krieges.

Ab dem 1. August 1947 wurde ab der Grenze mit elsässischem Personal und im Pendelbetrieb mit Umsteigen am Zoll gefahren. Die BVB opferte im Jahre 1957 als Folge des "Tramkrieges" die einstmals hervorragend ausgelastete Linie 5 und die Pachtverträge mit St.Louis wurden nicht erneuert. Seit dem 1. Januar 1958 fahren die Autobusse der französischen Metrocars im grenzüberschreitenden Betrieb.