Vom deutschen St. Ludwig ins
französische St Louis
Am 20.Juli 1900 konnte das deutsche Teilstück
(im Auftrag von St.Ludwig durch die BStB erbaut und im Pachtverhältnis
betrieben) von der Grenze bis zur auf gleichem Niveau querenden Bahn eröffnet
werden. Da zu jener Zeit am Neubau der Mittleren Brücke und der damit verbundenen
Korrektion der Schifflände und der Erstellung der Marktgasse gearbeitet
wurde, musste das Teilstück Totentanz-Marktplatz mit seiner Eröffnung
noch bis zum 1.9.1900 warten. Es bestand eine provisorische Anbindung an das
restliche
Tramnetz durch ein Dienstgleis über die Johanniterbrücke.
1911, als die Bahnlinie Weil-Hüningen als Überführung über
die Strasse gelegen kam und der 5er weiter nach St.Ludwig hinein
bis zur katholischen Kirche fahren konnte, ergaben sich Grenzkontrollen
im Tram. Obwohl keine Ausweispflicht bestand, wurde die rege benutze
Tramlinie von den deutschen Zollbeamten jeweils sehr genau unter
die Lupe genommen, auch wenn für die Zollformalitäten im
12-Minuten-Taktfahrplan lediglich 2 Minuten Aufenthalt eingeplant
waren.
Auf Basler Seite kam es mehrere Male zu Linienerweiterungen und
Umbauten. Als die Verbreiterung des Blumenrains 1937
fertiggestellt war, wurde eine zweigleisige Strecke bis zur Grenze
möglich.
Nach dem 1. Weltkrieg wurde St. Ludwig französisch und die Haltestellen
hiessen nun "Arrêt
de Tramway". Ab 1923 kam es wieder zu einem durchgehenden
Fahrbetrieb. Ab 1939 ruhte der Tramverkehr bis zum
Ende des Krieges.
Ab dem
1. August 1947 wurde ab der Grenze mit elsässischem
Personal und im Pendelbetrieb mit Umsteigen am Zoll gefahren.
Die BVB opferte im Jahre
1957 als Folge des "Tramkrieges" die einstmals hervorragend
ausgelastete Linie 5 und die Pachtverträge mit St.Louis
wurden nicht erneuert. Seit dem 1. Januar 1958 fahren die
Autobusse der französischen
Metrocars im grenzüberschreitenden Betrieb.
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