Wie in allen Städten mit Trams empfiehlt es sich besonders für Ortsunkundige eine der langen Linien auszusuchen und damit eine Sightseeingtour durch die Stadt zu machen. Erstens ist es in aller Regel wesentlich günstiger, als mit den meist im Dutzendpack angebotenen Bustouren und ähnliches. Und zweites bekommt man so ein Gefühl für die Stadt.

Ausland-Reportage: Tramfahren in Krakau – Ein Erlebnisbericht  
Konstal 105Na


Trams in Krakau: Tram Nummer 788 von Typ Konstal 105Na auf der Linie 40. Foto: Pasquinelli

Der bekannteste polnische Triebwagen entspricht in der Konstruktion dem gleichzeitig gebauten Tatra. Von 1974–94 wurde der 105Na von Konstal (heute „Alstom Konstal S. A.“) in Chorzów hergestellt. Die erste Serie der Baureihe hatte die Bezeichnung 105N. Die nächste Serie mit modifiziertem Führerstand bekam den Namen 105Na.

Bombardier NGT6, NGT6-2


Trams in Krakau: Tram Nummer 2050 von Typ NGT6DD, Hersteller Bombardier auf der Stadtbahnlinie 50. Foto: Pasquinelli

Die neue Stadtbahn wird ausschliesslich von NGT6 der kanadischen Bombardier Transportation bedient. Bis jetzt sind 50 Fahrzeuge im Einsatz . Provisorisch sollen gebraucht erworbene Wagen aus Wien (E1 + c3) aushelfen, die auf Tunnelstrecken (UStrab) eingesetzt wurden. Ihr Nachteil ist, eine hochflurige Bauweise.

Tramwaje w Krakowie
Wie in allen Städten mit Trams empfiehlt es sich besonders für Ortsunkundige eine der langen Linien auszusuchen und damit eine Sightseeingtour durch die Stadt zu machen. Erstens ist es in aller Regel wesentlich günstiger, als mit den meist im Dutzendpack angebotenen Bustouren und ähnliches. Und zweites bekommt man so ein Gefühl für die Stadt. Man bewegt sich in überschaubarem Tempo und sieht auch immer wo man gerade ist und wo es sich gerade auszusteigen lohnen würde. Man braucht nur ein Ticket! Reist man durch Krakau bietet sich die erstbeste Alternative – wie fast über sonst auch: Man sucht ein Touristeninformationsbüro auf! Wenn die nicht gerade wegen Winter, Mittag, Feierabend, „Bin gleich zurück“-Schildern oder dergleichen geschlossen haben und erst am Tag der eigenen Abreise wieder öffnen. Weiterlesen >



Trams in Krakau: Tram Nummer 2012 von Typ NGT6, Hersteller Bombardier auf der Linie 6. Foto: Pasquinelli


Trams in Krakau: Tram Nummer 2043 von Typ NGT6DD, Hersteller Bombardier auf der Linie 8. Foto: Pasquinelli


Trams in Krakau: Tram Nummer 2033 von Typ NGT6DD, Hersteller Bombardier auf der Linie 5. Foto: Pasquinelli


Trams in Krakau: Tram Nummer 2020 von Typ NGT6 Flexity Classic, Hersteller Bombardier auf der Linie 5. Foto: Pasquinelli


Trams in Krakau: Tram Nummer 123 von Typ GT6 DUEWAG Lizenzbau Rohner, ehemals Wiener Tram auf der Linie 14. Foto: Pasquinelli


Trams in Krakau: Tram Nummer 125 von Typ GT6 DUEWAG Lizenzbau Rohner, im Wiener Tram Look auf der Linie 22. Foto: Pasquinelli


Trams in Krakau: Tram Nummer 163 von Typ GT6 DUEWAG Lizenzbau Rohner, ehemals Wiener Tram auf der Linie 15. Foto: Pasquinelli


Trams in Krakau: Tram Nummer 115 von Typ GT6 DUEWAG Lizenzbau Rohner, ehemals Wiener Tram auf der Linie 41. Foto: Pasquinelli


Trams in Krakau: Tram Nummer 788 von Typ Konstal 105Na auf der Linie 40. Foto: Pasquinelli


Trams in Krakau: Tram Nummer 399 von Typ Konstal 105Na auf der Linie 12. Foto: Pasquinelli


Trams in Krakau: Tram Nummer 399 von Typ Konstal 105Na auf der Linie 12. Foto: Pasquinelli


Trams in Krakau: Tram Nummer 179 von Typ GT6 DUEWAG, ehemals Nürnberger Tram auf der Linie 2. Foto: Pasquinelli


Trams in Krakau: Die Fahrzeuge präsentieren sich Innen sauber. Foto: Pasquinelli


Trams in Krakau: Was man von aussen nicht erwarten würde. Foto: Pasquinelli


Trams in Krakau: Zum Abschluss des Tages geht's in die Tram-Bar. Foto: Pasquinelli


Trams in Krakau: Während draussen die Trams in die Nacht fahren. Foto: Pasquinelli

Tramfahren in Krakau: Fortsetzung
Auf der Suche nach Selbstlösemöglichkeiten kommt man auf die Idee nach Ticketautomaten Ausschau zu halten. Hat man trotzdem im Verlauf der Tramexpedition das Vergnügen sich mit einem solchen futuristisch anmutenden Gerät beschäftigen zu müssen, braucht es vor allem Geduld! Nicht zuletzt für die anstehenden und wartenden Trampassagiere in spe, die auch gerne Geld in Tickets umwandeln möchten. Die Sprache ist wählbar. Nicht nur polnisch, auch deutsch und englisch gibt es da. Nur weder eine Gebrauchsanweisung, noch eine Tarifliste oder eine Auswahl von Lösemöglichkeiten. Wenn man nach zahlreichen Fehlversuchen immer wieder von vorne über den Touchscreen gegrapscht hat und endlich ein, oder für Fortgeschrittene vielleicht sogar 2 Tickets gleichzeitig zur Auswahl hat, weiss man nicht wie bezahlen. Noten nimmt der Kerl nicht, Karten (unsere zumindest) akzeptiert er nicht und Kleingeld zu Hauf hat man nicht. Und hätte man es: Wie kommt man vom Auswahlfenster zum Zahlfenster? Fazit: Man überlässt den Apparat dem nächsten Kunden. Die Automaten scheinen neu zu sein, die Krakauer selber benötigen gleichfalls unzählige Minuten...

Im Reiseführer steht, man könne überall Tickets kaufen. Vor allem in den Kioskhäuschen. Die überall stehen und an Hochsicherheitsburgen erinnern. Nur muss man achten, dass an den Kiosken das Zeichen der Verkehrsbetriebe hängt. Also nähert man sich dem Schlitz zwischen den Gitterstäben in Grösse zweier Erwachsenenhände auf 1,20m Höhe über Boden und sieht sich dem Bauch eines „Etwas“ gegenüber. Der Antwort „no english“ auf meine entsprechende Frage hin, ist zu entnehmen, dass es sich dabei um eine Dame mittleren Alters handeln muss (keine Chance den Kopf der Person zu sehen, man muss ja sozusagen demütige Gebetshaltung einnehmen um überhaupt durch den Schlitz eine Kontaktaufnahme zu ermöglichen). Man einigt sich nach mehreren Minuten des sprachlichen Kauderwelschs darauf, dass ich mir ein 5er-Heftchen von Tickets mit 1 Stunde Gültigkeitsdauer und Umsteigemöglichkeit beschaffe. Diese kleinen Papierfetzchen in der Grösse 5x2cm – und das ist enorm wichtig – muss man sofort nach Fahrtbeginn im Fahrzeug entwerten. Steht zum Glück auch in Englisch auf der Rückseite des an Zigarettenpapier erinnernden Billetes in blassblauer Farbe auf etwas weniger blassblauem Hintergrund! Also eigentlich nur dazu gemacht, übersehen zu werden. Glücklicherweise hilft hier beobachten. Denn alle Krakauer scheinen mit Einzeltickets unterwegs zu sein – obwohl es auch Abonnemente und Mehrtageskarten gäbe, wie ich viele Tage später erfahren habe. Und die Entwertungsmoral in Krakau ist hoch! Auch wenn an besonders viel frequentierten Haltestellen Dutzende Reisende in bereits überfüllte Tramwagen drängen, quetschen sich alle als absolut erste Handlung nach Betreten des Trams , also noch vor dem ersten Atemzug, in Richtung der 2-3 Entwerter pro Wagen. Bericht: M. Pasquinelli