Die Fotos © Samuel Maurer wurden im Juli 2008 aufgenommen.
Nizza, historische Stadt mit keltisch-römischen Wurzeln im Departement Alpes-Maritimes, hat seit November 2007 mit der Linie 1 von „Las Planas“ zum „Pont Michel“ eine elegante Strassenbahn unter Draht. An historischen Plätzen wie der „Place Masséna“ oder „Place Garibaldi“ wurde (wie schon bei der ersten Tram 1879-1953) aus Rücksicht auf das Stadtbild auf Fahrleitungen verzichtet; die tramway fährt dort mit Akkumulatoren.
Die fünfteiligen, sechsachsigen Citadis Fahrzeuge entsprechen dem französischen Standart Tram. Nach einem halben Jahr im Einsatz zeigt sich, dass die Bevölkerung von Nizza das Tramfahren wieder entdeckt hat. Die Fahrzeuge mit jeweils 160 Steh- und 54 Sitzplätzen sind bis zum letzten Platz besetzt. Das Ein- und Aussteigen an Haltestellen ist ein gesellschaftlicher Anlass, resultierend aus der Tatsache, dass Fahrgäste welche aussteigen wollen sich an schon eingestiegenen vorbei drücken müssen. Anders als beim Autobus, wo beim Chauffeur eingestiegen und nach hinten ausgestiegen wird, kann beim Tram an allen Türen aus- und eingestiegen werden. Ob das Bestellen der Variante siebenteiliger Trams eine Besserung wäre, darf bei diesen Ein- und Ausstiegsmethoden bezweifelt werden.
In Planung und mit aktiver Trassenreservierung ist die Linie 2, welche vom „Vieux port“ über die „Place Masséna“ entlang dem „Quai des Anglais“ zum „Centre administratif“ geführt werden sollte (Siehe Grafik). Ob die T2 an ihrem westlichen Ende wirklich bis zur Stadtverwaltung fährt, ist zurzeit noch in Diskussion, sinnvoll wäre sie. Anvisierte Eröffnung für 2011. Eine dritte spätere Linie T3 ist geplant.
Fazit: Mit der T1 hat Nizza den Grundstein für ein modernes attraktives Tramnetz gelegt. Wehmutstropfen sind die zu kurzen Fahrzeuge sowie das Fehlen eines Fahrplanes.
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