Am 5. Januar 2009 nahm das erste Tango-Tram den fahrplanmässigen Probebetrieb auf und seit Ende Mai sind alle vier Vorserienfahrzeuge betriebsbereit. Bevor BLT und BVB die Bestellung auslösen, werden die neuen Trams intensiv getestet und Optimierungspotenziale für die Serie identifiziert. Dazu gehören nicht nur die technischen und betrieblichen Aspekte, sondern vor allem auch die Sicht der Kunden.
Resultate der Fahrgastumfrage Tango-Tram  
BLT Tango Tram

BLT Tango Passagierraum, Foto: BLT 2009

BLT Tango Fahrerkabine, Foto: BLT 2009

BLT Tango auf der Peter Merian-Brücke, Foto: BLT 2009

BLT Tango Passagierraum, Foto: BLT 2009

BLT Tango Passagierraum, Foto: BLT 2009

Die Umfrage
3’202 Personen haben an der Tango-Umfrage im Juni und Juli 2009 per Fragebogen und via Internet teilgenommen. Neben den Bewertungen sind es besonders die Kommentare, die für die BLT und BVB sehr wertvoll sind. Die Ergebnisse geben ein gutes Gesamtbild der Stärken und Verbesserungspotentiale. Drei Themenbereiche standen im Vordergrund: das Tango-Tram von aussen, das Fahrgefühl und der Fahrgastraum.

Tango von aussen
Die Fahrgäste finden den Tango optisch mehrheitlich ansprechend und gelungen. Attribute wie futuristisch und elegant werden häufig genannt. Während das einfache Ein- und Aussteigen begrüsst wird, wird die Lärmemission beim Anhalten beanstandet. Die Bremsen quietschen in einigen Drehgestellen. Der Hersteller Stadler Rail hat diesbezüglich schon grosse Anstrengungen unternommen. Leider erzielten sieben bis heute getestete Bremsbelagssorten nicht die gewünschte Verbesserung. Vor Kurzem hat Stadler diesbezüglich ein für Akustik spezialisiertes Ingenieurbüroo mit der Ursachen- und Lösungssuche beauftragt.

Im Tango unterwegs
Die Laufruhe des Tango-Trams wird allgemein sehr gelobt. Das Tram fährt dank der bewährten Drehgestelltechnik sehr ruhig. Dies kann sich auf die Beanspruchung der Infrastruktur und auf den Verschleiss der Drehgestelle positiv auswirken. Anderseits kann es dafür nicht als durchgängiges Niederflurtram gebaut werden, was sich einige Fahrgäste wünschen würden. Sie bemängeln die Stufen und teilweisen Erhöhungen zwischen den Abteilen. Hier wird untersucht, inwiefern durch konstruktive Optimierungen die Unebenheiten reduziert und der Zugang zu
den Sitzplätzen auf dem Laufdrehgestell vereinfacht werden kann. Das Tango-Tram hält für viele Fahrgäste noch zu ruckartig und abrupt an. Durch Änderungen in der Softwaresteuerung und mit zunehmender Routine des Fahrpersonals verbessert sich dies jedoch laufend.

Tango von innen
Zum Fahrgastraum sind am meisten Bemerkungen eingegangen, welche überprüft und wenn möglich in der Serienproduktion berücksichtigt werden. Das Tango-Tram weist zwar gegenüber älteren Tramkompositionen 10% mehr Transportkapazitäten auf, verfügt aber über acht Sitzplätze weniger als eine BLT Doppeltraktion. Dies fällt auf und wird beanstandet. Im Rahmen der Innenraumoptimierung lassen sich voraussichtlich bis zu vier zusätzliche Sitzplätze gewinnen, dies jedoch auf Kosten der Stehfläche. Irritationen lösen bei einigen Befragten die 1½ Sitzplätze aus. Auf diese wird in der Serienproduktion nach Möglichkeit verzichtet. Gewünscht werden ferner mehr Haltestangen und Festhaltemöglichkeiten. Störend empfinden ausserdem zahlreiche Fahrgäste die helle und kalte Beleuchtung. Im ersten Quartal 2010 werden Tests mit zwei unterschiedlichen LED Beleuchtungselementen durchgeführt, die wärmeres Licht verbreiten sollen. Nicht jeder Eingang verfügt über einen idealen Auffangraum für Kinderwagen. Mit einer klaren Kennzeichnung von vorgesehenen Plätzen für Kinderwagen lässt sich die Nutzung künftig vereinfachen.

Quelle: Baselland Transport AG, Oberwil - Bilder ©opyright blt