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Der Tango aus Thurgau kommt offensichtlich nicht zur gewünschten ruhigen Fahrt. Nach einer BLT Umfrage im 2009 bei den Fahrgästen hat sich gezeigt, dass das Tango Fahrzeug nicht in allen Punkten überzeugt. Ungewohnte Sitzaufteilung, Podeste und Tritte im Inneren, geruchliche Emissionen bei feuchtem Wetter und aussen ein sehr lautes Geräusch beim Bremsen.Der Hersteller Stadler hat Abhilfe versprochen. In der Zwischenzeit verkehren vier Tangotrams auf dem ländlichen und städtischen Netz. Die BLT hat bei Stadler 15 weitere Tangos bestellt. Mit ihren Drehgestellen und einem Anteil von 70% Niederflur sind sie optimal für den regionalen Nahverkehr. Sportlich nehmen es auch die Bochumer Studenten, wo ebenfalls der Tango im Einsatz ist. In einer Stadt wie Basel, mit kurzen Haltestellenabständen und einem relativ älteren Publikum, können die Stufen und Podeste im täglichen Einsatz stören. So sieht es auf jeden Fall der neue BVB Verwaltungsratspräsident
Combino Grounding verhalf Tango
Das Debakel mit den «Combino»-Trams von Siemens, die wegen Sicherheitsproblemen 2004 alle zeitweise stillgelegt und saniert werden mussten, habe das Vertrauen in die damals neue durchgehende Niederflurtechnik erschüttert, liess BVB-Direktor Urs Hanselmann am Dienstag mitteilen. Deswegen habe man Alternativen geprüft. Das «Tango»-Tram, von dem BVB und BLT 2006 60 Züge vorbestellt haben, ist ein Tram mit Niederflur-Anteil, aber traditioneller bewährter Fahrgestell-Technik. Eine weitere, diesmal externe und repräsentative Kundenumfrage soll Klarheit bringen. Spätestens im Mai werden die Ergebnisse erwartet. Konkret hätten viele Kommentare den nach der Sanierung deutlich verbesserten «Combino» vom Komfort her dem «Tango»-Prototypen vorgezogen, war von den BVB weiter zu erfahren. Zudem werde die Bevölkerung älter, und - auch dank Niederflurechnik - würden immer mehr Gehbehinderte Tram fahren, etwa Senioren mit Rollatoren.
Investionen für 40 Jahre
BLT-Direktor Andreas Büttiker bekundete zwar Mühre mit der weiteren Umfrage des Stadtkantons, wie er gegenüber dem Regionaljournal von Radio DRS sagte. Die BLT will insgesamt 40 «Tangos» bestellen, während die BVB für 20 Züge Bedarf haben würde. Innert zehn Jahren sollen für diese Beschaffungen rund 276 Millionen Fr. ausgegeben werden. Angesichts der Tatsache, dass die neuen Trams für 40 Jahre im Verkehr sind, ist es im Grunde richtig, dass die BVB vor dem Kauf des neuen Rollmateriales gut evaluiert. Das sie nach der gemeinsamen Entscheidund mit der BLT ihre Wahl nun hinterfragt, ist gegenüber dem Partner nicht ganz korrekt.
Schon einmal hat sich die BVB nach der sorgfältigen Evalution nicht für den Kauf eines Schweizer Prototyps entschieden. Zusammen mit Zürich hat Basel 1961-62 zwei Gelenkfahrzeug-Prototypen bei SIG gekauft. Diese Fahrzeuge konnten aber nicht befriedigen und die BVB bestellte keine weiteren "Grossgelenkwagen swiss made". 1967 beschaffte die BVB Gelenkmotorwagen der Firma DUEWAG. Die anfänglich Schelte in der Schweizer Presse, deutsche Fahrzeuge zu kaufen, verstummte schon bald, angesichts der Zuverläsigkeit und dem damals modernen Komfort der Trams. |