Obwohl die Fahreigenschaften der beiden einzigen Dreiachs-Motorwagen der BVB sehr gut gefielen, blieben sie Prototypen. Denn die Industrie hatte inzwischen den Einheits-Vierachser entwickelt, mit der eine neue Rollmaterial- epoche eingeläutet wurde.

Ehemalige Basler Tramfahrzeuge (2): Prototypen  
Ce 2/2 Nr. 71
Ce 2/2 Nr. 302 (73)
"Bugatti" Nr. 601 im 1952
"Haifischtram" 602 im 2004

Ce2/2 71" [201] - Ce2/3 301, Ce2/2 72" [302, 2060], Ce2/3 73 [303"]
1929 wurde der Bau von zwei überlangen Motorwagen in Auftrag (Nr. 71'' und 72'') gegeben. 71'' war viertürig, 72'' als Mitteleinstiegwagen konzipiert. Für beide Motorwagen wurden zwei gleichartige Anhänger gebaut. Diese hatten ein unbefriedigendes Laufverhalten und erhielten schon bald ein Dreiachs-Lenkgestellen. Der Umbau war erfolgreich, und bei der Industrie wurde ein Dreiachsmotorwagen (Nr. 73'') in Auftrag gegeben. Der Zweiachser 201 erhielt 1953 ebenfalls ein Dreiachs-Lenkuntergestell und die Nummer 301. Wagen 302 (72'') wurde 1950 in ein Instruktionsfahrzeug umgebaut und erhielt die Wagennummer 2060 sowie einen braunen Anstrich. Die Wagen 301, 302 verkehrten vor allem auf der flachen Überlandlinie 11, Wagen 302 zeitweise auf der Linie 6. Der Wagen 303 (73) kam ursprünglich auf den Bruderholz-Linien sowie auf der Linie 14 und später auf der Linie 11 zum Einsatz. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Motorwagen 303 als stilvoll eingerichtetes Hochzeitstram eingesetzt und 1966 zum Einrichtungsmotorwagen umgebaut. Wagen (71'') 301'' und 303 wurden 1972 verschrottet, Wagen (72'') 302'' im 1976.

Ce2/4 601''-603'' [251''-253'']
Nach der erfolgreichen Inverkehrsetzung der 22 Motorwagen 401-422 wurde bei der Industrie eine Folgebestellung von 32 baugleichen Motorwagen (423-454) angeschlossen. Die Trams wurden 1952 von der Industrie abgeliefert und anstelle der Wagen 453-454 drei "ultraleichte" Vierachser 601-603. Diese hatten im hinteren Laufdrehgestell kleine Räder, sowie hinten einen Niederflureinstieg,  konnten keine Anhänger mitführen und waren für den Einsatz auf der Ringlinie 2 konzipiert. Die starke Neigung des Wagenbodens vermittelte ein spezielles Fahrgefühl: trotz Niederflur waren die Wagen bei den Fahrgästen wenig beliebt. Mit Ankunft der ersten Gelenkwagen (601-602) wurden die drei Wagen zu 251-253 umnummeriert. Sie waren im Einsatz auf den Linien 2 und 7. Später standen sie jahrelang auf dem Abstellgleis beim Depot Allschwilerstrasse, bevor sie am 19. September 1978 abgebrochen wurden.

Be4/6 601"-602"
1960 gaben die Basler und Zürcher Verkehrsbetriebe einen dreiteiligen Gelenkwagen in Auftrag. Die Auslieferung der beiden Basler Prototypen erfolgte 1961 und 1962. Anstelle einer Nachlieferung von 18 weiteren Fahrzeugen wurden die kostengüstigeren Gelenkwagen von DüWag beschafft. Vor dem Eintreffen der Düwags im 1967, waren die SIG-Gelenkwagen mit einem B4-Anhänger auf der Linie 6 im Einsatz. Ab 1967 wurden sie auf den Linien 1,4,7 eingesetzt und ab 1985 auf der Linie 8. Die Wagen haben sich in Basel nicht bewährt: Sie waren reparaturanfällig und standen oft in der Hauptwerkstatt. Nach einer Kollision im Juni 1991, wurde Wagen 601 verschrottet. Wagen 602 wurde 1995 in einen Barwagen umgebaut und verkehrte als "Haifischtram". Am 18.8.2004 war ein Defekt im Kühlschrank der Auslöser für den Grossbrand im Depot Wiesenplatz, welchem er zum Opfer fiel. Im 2005 wurde 602 verschrottet.